Glühwein und Koshari 

Weihnachtsstimmung in Kairo
Nix Pumpkin-Spice-Latte!

In den Jahren 2007 bis 2010 war ich zu Forschungsreisen regelmäßig in Kairo. Dort habe ich mich mit Vertretern der Muslimbruderschaft und der anderen Oppositionsparteien zu Interviews getroffen.

In dieser Zeit ist bei mir eine Art Zu- und Abneigung zu dieser Stadt entstanden, die sich gerne als Mutter der Welt „umm al-dunja“ bezeichnet.

Kairo ist so anders und doch so ähnlich zu europäischen Städten. Es lärmt, es stinkt und von der abgasgeschwängerten Luft bekommt man ein Gefühl dafür, wie es ist täglich eine Schachtel Zigarettenqualm einzuatmen.

Kairo bietet aber auch – immer unter dem Vorbehalt der westlichen Privilegierung – einen Kosmos wunderbarer Erlebnisse.

Eines davon war eine Weihnachtsfeier 2009 bei einer Außentemperatur von frischen 30 Grad im 24. Stock eines Appartmenthochauses auf der Nilinsel Zamalek.


Eingeladen hatten mein amerikanischer Mitbewohner Joe und ich zu Glühwein und Koshari. Die Verbindung von europäischer Vorweihnachtszeit und ägyptischem Streetfood gewissermaßen.

Die erste Herausforderung war es, den Wein zu besorgen, die passenden Gewürze gibt es in Kairo nicht nur auf dem Khan el Khalili (ja, Abzocke, blablabla, es ist trotzdem ein schöner Ort). In Kairo findet man alles. Den original ägyptischen Rotwein – er ist trinkbar – gewürzt, gekocht und ein bisschen in Weihnachtsstimmung gekommen, war der Koshari die größte Herausforderung.

Bestehend aus Kichererbsen, kleinen Makkaroni, Linsen, Reis, Fadennudeln, Zwiebeln und Knoblauch ist die Zubereitung eine Herausforderung für einen WG-Haushalt mit einer Pfanne und einem Topf. Wir haben dann Unmengen Koshari bei Koshari Tahrir bestellt, wer aber gerne nachkochen möchte findet hier ein schönes Koshari-Rezept.