7 Gedanken zur Filterbubble

Es wird ja so viel diskutiert. Besonders häufig wird über die so genannte Filterbubble gesprochen.

Das bringt uns aber leider nicht weiter – die Filterbubble ist ja mal nicht neu. Und nur, weil wir alle in unserer eigenen Filterblase leben, muss dass noch lange nicht heißen, dass diese Filterbubble abgeschottet ist. 

7 Gründe, warum ich die Debatte über eine Filterblase (Filterbubble) für falsch halte:

  1. sie ist nicht neu. Menschen haben die Informationen/Medien, die ihre Meinung unterstützen schon immer gefiltert und entsprechend konsumiert.
  2. sie lenkt vom Problem ab. Das Problem ist eine inhärente Radikalisierung.
  3. sie suggeriert, dass nur alles besser würde, wäre die Filterblase weg und jede Information verfügbar.
  4. sie unterstellt, dass ein Ausbrechen aus der Filterblase zu vernünftigen (was Vernünftig ist, bleibt offen) Entscheidungen führe.
  5. sie erlaubt eine Schuldzuweisung gegen Social-Media, als aktueller Ausdruck einer Filterblase.
  6. sie suggeriert, dass es eine richtige und eine falsche Filterblase gibt.
  7. sie hat auf mehreren Ebenen die Tendenz dazu totalitär zu werden.

Filterbubble - eher Seifenblasen

Einwurf zur FDP Bayern

Lieber Albert Duin,
ich war zugegebenermaßen überrascht, als du den Landesvorsitz der FDP Bayern übernommen hast. Ein Quereinsteiger. Das kann so und so ausgehen. Eine zeitlang fand ich das sehr spannend, wie du die FDP Bayern nach ihrer Wahlniederlage wieder versucht hast in die Öffentlichkeit zu heben. Markant und durchaus mit Kante. Fand ich gut. Aber seit einiger Zeit fängst du an am rechten Rand zu fischen. Mit Populismus, mit dem Versuch Stimmung gegen Minderheiten zu machen. Dieses Niveau hatte ich dir nicht zugetraut. Du hast mich eines besseren belehrt.


Deine Verteidigung deines unliberalen Posts hat dann der ganzen Sache die Krone aufgesetzt. Anstatt zuzugeben, dass du dich verrannt hast, legst du nach. Man solle dir keinen Scheiß erzählen, weil du dürftest solche Aussagen machen, weil du ja selbstlos hilfst, wo deine Firma nur kann. 
Ganz ehrlich, erzähl doch keinen Scheiß! Du weißt selber in welcher Ecke du da fischen willst. Diese Ecke ist eben nicht liberal. Sie ist rechtspopulistisch, sie ist sogar weiter in dieser Ecke – in die ich dich jetzt schiebe – als es bei der CSU der Fall ist.

Und erzähl doch nichts über Ironie, Satire oder Ängste ernst nehmen. Du willst bösartig abgrenzen, nicht mehr und nicht weniger. Leider versuchst du gerade den liberalen Gedanken, der mich noch in der FDP hält von der FDP Bayern abzugrenzen. Das ist für mich – und nicht nur für mich – nicht tragbar. Mein Austritt würde dich nicht jucken, nehme ich an. In den Kommentaren, die dich unterstützen findest du genug Vertreter für den Populismus, den du gerade in der FDP Bayern versuchst zu verankern.
Deinen Wahlkampf und deine Idee der FDP Bayern werde ich jedenfalls auf gar keinen Fall unterstützen. Solltest du im Amt bestätigt werden, werde ich diese Partei wohl verlassen müssen, bis sie auch in Bayern wieder eine ernsthafte liberale Kraft ist.

Instagram Stories erlaubt Mentions

Instagram macht den nächsten Schritt mit seinen Stories – Neben Boomerangfunktionalität gibt es jetzt verlinkte Mentions. Und: Links werden auch kommen.

Damit ist Instagram dann doch eine sehr geniale Weiterentwicklung gelungen. Mag die Boomerangfunktion lustig sein, ist das neue Mentions-Feature ein echter Schritt nach Vorne.

How to?

Ganz einfach.

Im Texteditor der Instagram Storie einfach mit dem @-Symbol und dem Profilnamen die Markierung des gewünschten Profils hinzufügen.

Klickt man auf eine Mention in einer Instagram Story, dann öffnet sich ein Verlinkungsoverlay, die Story stoppt und man kann auf das markierte Profil gelangen.

Links gibt es erstmal wohl nur für verifizierte Accounts.

Glühwein und Koshari 

Weihnachtsstimmung in Kairo
Nix Pumpkin-Spice-Latte!

In den Jahren 2007 bis 2010 war ich zu Forschungsreisen regelmäßig in Kairo. Dort habe ich mich mit Vertretern der Muslimbruderschaft und der anderen Oppositionsparteien zu Interviews getroffen.

In dieser Zeit ist bei mir eine Art Zu- und Abneigung zu dieser Stadt entstanden, die sich gerne als Mutter der Welt „umm al-dunja“ bezeichnet.

Kairo ist so anders und doch so ähnlich zu europäischen Städten. Es lärmt, es stinkt und von der abgasgeschwängerten Luft bekommt man ein Gefühl dafür, wie es ist täglich eine Schachtel Zigarettenqualm einzuatmen.

Kairo bietet aber auch – immer unter dem Vorbehalt der westlichen Privilegierung – einen Kosmos wunderbarer Erlebnisse.

Eines davon war eine Weihnachtsfeier 2009 bei einer Außentemperatur von frischen 30 Grad im 24. Stock eines Appartmenthochauses auf der Nilinsel Zamalek.


Eingeladen hatten mein amerikanischer Mitbewohner Joe und ich zu Glühwein und Koshari. Die Verbindung von europäischer Vorweihnachtszeit und ägyptischem Streetfood gewissermaßen.

Die erste Herausforderung war es, den Wein zu besorgen, die passenden Gewürze gibt es in Kairo nicht nur auf dem Khan el Khalili (ja, Abzocke, blablabla, es ist trotzdem ein schöner Ort). In Kairo findet man alles. Den original ägyptischen Rotwein – er ist trinkbar – gewürzt, gekocht und ein bisschen in Weihnachtsstimmung gekommen, war der Koshari die größte Herausforderung.

Bestehend aus Kichererbsen, kleinen Makkaroni, Linsen, Reis, Fadennudeln, Zwiebeln und Knoblauch ist die Zubereitung eine Herausforderung für einen WG-Haushalt mit einer Pfanne und einem Topf. Wir haben dann Unmengen Koshari bei Koshari Tahrir bestellt, wer aber gerne nachkochen möchte findet hier ein schönes Koshari-Rezept.

Flora und Fauna in der App

Die Waldfibel – oder wie eine App nicht geht.

Wie das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft mal die Waldfibel-App gemacht hat.

Es ist ja ein hehrer Wunsch, junge Menschen mit einer App dazu zu bringen, sich intensiver mit der Flora und Fauna des deutschen Waldes zu beschäftigen.

Allein: manchmal bleibt es bei dem Wunsch. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat die Waldfibel-App kreiert und es gibt Menschen, die diese App bereits als Alternative zu Pokémon Go bezeichnen.

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